Psychotherapie

Was ist Psychotherapie?

Hier erfahren Sie, was Psychotherapie ist, für wen es hilfreich ist und vieles mehr.

Was ist Psychotherapie?
Für wen ist eine Psychotherapie geeignet?
Ihr Weg zur Behandlung
Risiken und Nebenwirkungen

Was ist Psychotherapie?

Psychotherapie ist ein Verfahren das zur Behandlung psychischer („seelischer“) Erkrankungen im Sinne einer Heilbehandlung eingesetzt wird: je nach Indikation kann diese bei Kindern, Jugendlichen oder Erwachsenen entweder in Einzel-, Gruppen- oder einer Kombination aus Einzel- und Gruppensitzungen in den Praxisräumlichkeiten oder per Video über einen zertifizierten Anbieter stattfinden. Es handelt sich um eine evidenzbasierte und wissenschaftlich anerkannte Behandlungsmethode, die davon ausgeht, dass psychische Prozesse veränderbar sind. Die Behandlung findet über das persönliche Gespräch statt. Mit Hilfe spezieller Methoden (z.B. Exposition bei spezifischen Phobien) kann die Verhaltenstherapie dabei unterstützen Verhalten zu Verändern und psychisches Leiden zu lindern oder zu bessern.

Was ist verhaltenstherapeutische Psychotherapie?

„Die Verhaltenstherapie geht davon aus, dass psychische Beschwerden das Ergebnis von bewussten und nichtbewussten Lernprozessen sind. Zu Beginn der Behandlung wird gemeinsam mit der Patientin oder dem Patienten erarbeitet, welche Bedingungen ihrer oder seiner Lebensgeschichte und der aktuellen Lebenssituation zur Entstehung und Aufrechterhaltung der psychischen Symptomatik beigetragen haben und weiter wirksam sind. Auf dieser Grundlage werden gemeinsam die Therapieziele und der Behandlungsplan festgelegt. In der Verhaltenstherapie wird die Patientin oder der Patient zur aktiven Veränderung ihres oder seines Handelns, Denkens und Fühlens motiviert und angeleitet. Dabei werden die bereits vorhandenen Stärken und Fähigkeiten herausgearbeitet und für den Veränderungsprozess nutzbar gemacht.“ (PTV 10, Juli 2020)

Die verhaltenstherapeutische Behandlung im Speziellen erstreckt sich im Sinne der Lösungsorientierung über die Therapiesitzungen hinaus. Sie wird mittels sogenannter „Hausaufgaben“ auch zwischen den Sitzungen angewandt, um so den Transfer in den Alltag der Patienten zu finden („von der Theorie in die Praxis“).
Für weitere Informationen über die aktuell anerkannten Richtlinien-Psychotherapieformen (analytische Psychotherapie, systemische Therapie, tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, Verhaltenstherapie), folgen Sie gerne diesem Link: klick

Für wen ist verhaltenstherapeutische Psychotherapie geeignet?

Im Laufe des Lebens gibt es immer wieder Belastungen und schwierige Umstände oder wir Menschen stecken in immer wiederkehrenden belastenden Beziehungs- und Verhaltensmustern fest. wodurch sich Dadurch können sich Beschwerden oder Probleme entwickeln können, die die Belastbarkeit übersteigen. Diese Beschwerden können sich in unterschiedlichen psychischen und physischen Symptomen zeigen z.B. Ängste, Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen und körperliche Symptome, wie übermäßige oder chronische Schmerzen, die aufgrund der körperlichen Befunde nicht erklärbar sind. Ebenso können auch wiederkehrende Konflikten in zwischenmenschlichen Beziehungen auftreten. In der Bewältigung von all diesen Beschwerden kann im Sinne der Krankheitsbewältigung eine Psychotherapie unterstützen. Psychotherapie ist dann für Sie geeignet, wenn Sie bereit sind sich aktiv mit den eigenen Gedanken, Gefühlen und Verhaltensweisen auseinanderzusetzen, aktiv mitzuarbeiten und die Herausforderung annehmen neues Verhalten auszuprobieren bzw. Strategien einzuüben.

Checkliste:Brauche ich psychotherapeutische Hilfe?

Behandlungsablauf: Vom telefonischen Erstkontakt bis zum Abschlussgespräch.

Ihr Weg zur psychotherapeutischen Behandlung in unserer Praxis:

  1. Für Erwachsene erfolgt die Vergabe der Erstgespräche über den Patientenservice unter der Telefonnummer bzw. Homepage 116 117 . Für Kinder und Jugendliche erbitten wir einen persönlichen Anruf zu Frau Dr. Merglers Telefonsprechzeiten Dienstags und Donnerstags 12-12:40 Uhr.
  2. Terminvereinbarung zur persönlichen Sprechstunde vor Ort in unserer Praxis (2-6x 25 Minuten oder 1-3x 50 Minuten; u.a. Informationen über Psychotherapie, sondierendes Gespräch zur Abklärung der Indikation für Psychotherapie bzw. alternativer Behandlungsempfehlungen). Bringen Sie zu diesem Termin bitte Kopien aller relevanten Vorbefunde, Arztbriefe oder Behandlungsberichte früherer stationärer oder ambulanter psychotherapeutischer Vorbehandlungen mit. Bitte machen Sie sich bewusst: ein Erstgespräch mit uns zu führen bedeutet nicht automatisch, auch einen Therapieplatz zu erhalten. Dies hängt von verschiedenen Faktoren (Indikation, Kapazität) ab.
  3. Bei Behandlungsmöglichkeit in unserer Praxis erfolgt die Aufnahme der probatorischen Sitzungen (bis zu 4x 50 Minuten) zur detaillierten Problemerhebung, Diagnostik (Verhaltensanalysen, testpsychologische Untersuchungen, z.B. mithilfe von Fragebögen, Testverfahren) sowie Herstellung vertrauensvoller, therapeutischer Arbeitsbeziehung und Erprobung erster Techniken.
  4. Bei beidseitiger Entscheidung über die Aufnahme einer Psychotherapie und ergänzender somatischer, (fach-)ärztlicher Abklärung erfolgt die Vereinbarung therapeutischer Behandlungsziele und Behandlungsmöglichkeiten (u.a. Information/ Aufklärung über geplante Behandlungstechniken), sowie die Planung der voraussichtlichen Behandlungsdauer (12-80x 50 Minuten inkl. Rückfallprophylaxe). Die Beantragung der Kostenübernahme bei Ihrer Krankenkasse erfolgt gemeinsam, der Behandlungsbeginn erfolgt bei vorliegender Kostenübernahme. Als Privatversicherter oder Beihilfeempfänger beachten Sie bitte das leicht veränderte Prozedere.

Risiken und Nebenwirkungen der psychotherapeutischen Behandlung:

Wie jede wirksame Behandlung hat Psychotherapie auch Nebenwirkungen. Wenn Sie den Mut haben, in der Psychotherapie Veränderungen anzustoßen kann es auch passieren, dass

… sich trotz Ihres Mutes und Veränderungswillens eventuell doch nichts tut
… sich Ihr Zustand (vorübergehend) verschlechtert
… schwerwiegende Veränderungen in Ihrem Leben geschehen (z.B. Arbeitsplatzwechsel, Veränderungen in der Partnerschaft)
… Sie sich dann nicht zutrauen, Entscheidungen zu fällen ohne die Therapeutin zu fragen
… Sie sich „stigmatisiert“ fühlen – also das Gefühl haben, Sie würden durch die Therapie in eine Schublade gesteckt werden

Aus diesem Grund ist es uns besonders wichtig, dass die Psychotherapie Sie dabei unterstützt, Möglichkeiten zu finden sich selbst zu helfen. Außerdem legen wir im Laufe der Behandlung sehr viel Wert auf Evaluationen des Therapiefortschritts (z.B. mittels Fragebögen), um die Behandlung bestmöglich an Sie persönlich und Ihre bis dahin erreichten Therapieziele anzupassen. Selbstverständlich können Sie uns aber jederzeit während der Behandlung Rückmeldungen geben, wenn Sie das Gefühl haben, die Therapie würde für sie „nicht passen“ oder wenn Sie nach einem Gespräch „etwas umgetrieben“ hat.